Sommercamp

Früher habe ich des öfteren Urlaubsreisen mit dem Rad unternommen und fand es unglaublich abenteuerlich. Je ungeplanter und spontaner um so besser. Draußen schlafen, ohne Etappenziel radeln, an schönen Orten verweilen, vor anderen fliehen. Ich fand es toll.
Seit Napoli bei mir lebt, habe ich mich an keine solche Reise mehr gewagt. Warum? Weil es doch einen Unterschied macht, wenn man etwas im Gepäck hat, das seinen eigenen Kopf hat und bestimmte Bedürfnisse. Hundefutter mitführen? Radeln bei Hitze? Geeignete Streckenwahl. Anreise per Bahn? Alles Themen, über die man sich im Vorfeld mehr Gedanken machen muss.
Deshalb wollte ich zunächst mal einen Versuchsballon starten und für nur eine Übernachtung von Zuhause aus los fahren.

Es war ein sehr warmer Sommertag. Einer von der Sorte, die mein kleiner Freund nur im Schatten verbringt. Also musste ich noch ein luftdurchlässiges Verdeck auf den Hundeanhänger bauen. Aber auch darunter war es stickig. Na gut, dann schnell zum Wasser und Pause einlegen bis es kühler würde.
Am Abend fuhren wir weiter zum Starnberger See. Ich wollte schauen, ob ich noch campen konnte und alles Nötige eingepackt hatte. Von der grob ausgesuchten Strecke waren wir ohnehin schon abgewichen auf der Flucht ans erfrischende Wasser. Nun hatte ich so gar keinen Plan mehr, wo man das Zelt aufschlagen könnte. Der See war wunderschön in der Abendstimmung und voller Gleichgesinnter, die den Sonnenuntergang bewunderten. Auf einem schmalen Kiesstreifen ließen wir uns nieder. Das Licht verschwand am Horizont und mir wurde klar, dass ich bald kein Licht mehr haben würde. OK, das erste Utensil, das auf der Packliste zu ergänzen war. Egal, dann blieben wir eben auf diesem steinigen Stückchen direkt am Wasser. Würde schon gehen. Zelt aufschlagen war Quatsch bei der Wärme.
Herrjeh war das eine Nacht! Die Isomatte hatte die Luft nicht gehalten und mein Rücken war stocksteif. Außerdem kroch die Morgenkühle in meine Kleidung. Man wird nicht jünger….
Meinem Hundetier hatte die unbequemere Nacht wenig ausgemacht. Jedes wilde Tier der Umgebung hatte mal vorbei geschaut und ihn zu einer Hatz aufgefordert. Nach dem ersten Ausflug hatte ich ihn an die Leine genommen, nach 30 Minuten nahm ich die Leine entmutigt wieder ab. Ich hätte kein Auge zugetan.
Die Sonne tauchte unsere Kiesfläche ins erste Morgenlicht. Das war wie eine Wärmeanwendung für meine schmerzenden Knochen. Auch der See war angenehm warm und ich schwamm ein paar Meter. So hatte ich mir das in Etwa vorgestellt.

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