Von Hochzirl auf den Solstein

Es ist Herbst. Man muss raus in die Berge!
Auf dem Großen Solstein war ich schon häufig. Allerdings nicht über diesen Aufstieg von der Neuen Magdeburger Hütte. Der ist für den Herbst eigentlich perfekt weil südseitig. Wenn nur nicht das ganze Geröll wäre….

In Hochzirl gibt es viele Wanderparkplätze, allerdings auch jede Menge Wanderer. Für diese Tour parkt man kurz vor der Bahnstation. Noch besser ist, wer unten in Zirl sein Auto abstellt, denn das Bergsträßchen ist eng und – es ist die Zufahrt für das Krankenhaus. Ein Krankenhaus in Hochzirl! Man fragt sich, wie man an dort ein Versorgungshaus errichten kann, wenn im Tal nun wirklich kein Platzmangen vorherrscht. Aber gut.

Während ich auf guter Schotterstraße bergauf pedaliere kann mein kleiner Bergfreund von unten weg laufen. Kaum jemand ist unterwegs, keine Autos stören. Nur gelegentlich überholt uns ein Radfahrer. An der Neuen Magdeburger Hütte angekommen, muss die Aussicht und das herrlich sonnige Fleckchen erst einmal genossen werden, bevor es zu Fuß weiter geht. Ach ja, und das stille Örtchen mit dem herzlichen Ausblick.

Der Wanderweg lässt sich gut an, er führt durch Latschen, angenehm in der Sonne. Doch dann wird es immer schottriger, bis es irgendwann unangenehm ist. Ich hangel mich an Seilen entlang und verfluche, dass ich meine Stöcke vergessen habe. Napoli springt unbeeindruckt aufwärts. Für seine Pfoten tut es mir leid, auch wenn die sehr robust sind.

Der Gipfel entschädigt mich für den unschönen Weg. Es ist – wie immer – grandios. Und heute sind wir allein. Wir können zur Erlspitze hinüber sehen, die wir letzten Sommer erklommen haben. Der kleine Solstein, der höher ist als unser Gipfel, steht einladend nebenan. Ich studiere die Karte, denn beim Aufstieg gab es einen Abzweig, einen Rundweg, den man gehen könnte. Aus der Ferne sah das Gelände nicht ganz einfach aus und ich bin nicht sicher, ob es für uns machbar ist. Ich versuche es. Dafür steigen wir Richtung Solsteinhaus hinab um in großem Bogen wieder auf unsere Aufstiegsspur zu treffen. „Stiftensteig“ heißt dieser Weg. Beim Zusatz „-steig“ ist immer Obacht geboten, wenn man mit Hund unterwegs ist. Häufig gibt es drahtseilversicherte Passagen, die, wenn auch nicht hoch, für den Hund unüberwindbar sind. Und so kommt es. Ein etwa 2 Meter hoher glatter Fels mit ein paar Eisensteigen und Drahtseil scheint Napoli unmöglich. Ich bin zwar der Meinung, mit meiner Hilfe wäre es zu meistern. Doch mein kleiner Freund wird an solchen Stellen schnell panisch. Alles gute Zureden hilft nichts und wir steigen die 500 Höhenmeter wieder zum Gipfel hinauf, um auf bekanntem Weg hinunter zu rutschen. Ich kann kaum glauben, als ich Reifenspuren im Schotter sehe. Ein Mountainbiker ist abgefahren, wo ich zu Fuß schon meine Probleme habe.

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